Die Gefühlswelt ist ein großer Teil der Wahnsinnswelt

Nun, ich bin ehrlich zu mir. Nur so kann ich auch Ehrlich nach außen sein.

Nach außen erschein ich meistens fröhlich, aufgeschlossen und locker - über viele Dinge erhaben.

Innerlich passt dieser Schein nicht ganz zur äußeren Fassade. Auch ich unterliege gewaltigen Gefühlsschwankungen, die mein Handeln beeinflussen.

Die Personen, die sich öfters in meiner Gegenwart aufhalten, haben dies sicher schon am eigenem Leib "erfahren" müssen. Da kann ich ziemlich aufbauschend und rechthaberisch werden. In diesen Situationen habe ich eindeutig die Kontrolle an mein Unterbewusstes abgegeben.

Bis zu einem Gewissen Grad kann ich mich eben Kontrollieren, darüber hinaus übernimmt ein anderer Teil in mir die Kontrolle...

 

November/Dezember 2003:

Im Moment durchlebe ich eine Durststrecke voll Zweifel und Selbstmitleid. Diese sind aber weder beruflicher, noch gesundheitlicher Natur. Ich durchlebe gerade wieder eine weitere Stufe meiner Selbstfindung.

Auslöser war, so denke ich meine vorangestellte Hepatitis C Therapie, durch die ich finanziell (als Selbstständiger) viel verloren habe. Um die Firma zu retten verzichtete ich auf Urlaub, Schonung und belastete mich ab Therapie-ende über die maßen. Weiterhin habe ich einen Lebens-traum nicht realisieren können - Die Anschaffung eines günstigen Hauses für mich und meine Firma als Altersvorsorge. (ich bekomm ja keine Lebensversicherung...).

Direkt im Anschluss verlor ich eine Vision: Die Liebe...

Dieser geballte schmerz belastet mich. Ich bin wieder einmal auf den Boden der Tatsachen gelandet. Es existiert im Moment keine Luft zum fliegen. Und ich fliege gerne hoch.

Und genau das ist es was mich momentan runterzieht:

Die Erkenntnis, dass ich nicht in der Lage bin, alles zu steuern.

Ich strample im Treibsand - Ein Nichtschwimmer im See der Möglichkeiten - und merke, wie mich jede Bewegung weiter nach unten zieht....

Aber ich weiß dass ich irgendwann wieder Grund unter die Füße bekomm. So ist es bisher immer gelaufen und so wird es dieses mal auch laufen.

Dass ich in dieser Situation andere mit meinen Gefühlsausbrüchen belaste, tut mir wirklich leid, ist aber nötig und ich denke auch einzusehen. Es geht im Moment um mich. Ich muss mich einfach auf mich selbst konzentrieren, alles andere muss warten. Es läuft eh nichts davon.

Also seit nicht allzu sauer mit mir und sprecht mich an, wenn ich ungerecht oder gar fies werden sollte. ich mein es nicht so, wie es rüberkommt.

Seht es mal so: Freundschaft bedeutet mehr als nur zusammen zu feiern. Auch Belastungen muss eine Freundschaft aushalten, und die Zeit ist jetzt, Farbe zu bekennen.

Ich sehe diesen Tiefpunkt allerdings nicht negativ an.

Für mich zählt, dass ich diese Phase als Neuanfang für die nächste sehe. Sie ist nötig um mein Glück zu finden. Danach wird alles besser als es vorher war.

Eine Steigerung dessen, was ich vorher hatte, wäre nicht mehr möglich gewesen, da ich mich sehr wohl und zufrieden gefühlt hatte.

So gehe ich nun ein paar Schritte zurück, um richtig Anlauf für die nächste Phase zu holen. Dann werde ich mein Ziel erreichen, dass sich jetzt langsam aber noch unklar vor meinen Augen zu zeigen scheint.

Jedoch wird auch dieses Ziel wieder nur ein Abschnitt sein...

Februar/März 2004:

Nun bin ich wieder einigermaßen Obenauf. Die Durststrecke scheint vorbei.

Ich bin mich wieder frei und stark für neues...

Ich habe erneut begonnen!

Bis Februar 2005

Der Start im letzten Jahr ist gut verlaufen.

Ich habe einen Engel gefunden, der mich trägt. Alles wäre so schön wenn nicht die anderen Sorgen des Lebens wären.

Die Gefühlswelt baut sich halt aus allem zusammen, was einen so umgibt und somit fallen halt auch die permanenten Sorgen ins Gewicht.

Ausgeglichen, wie ich es wünschte bin ich also nicht. Es könnte aber viel schlimmer sein ;-)