Hepatitis C

Wie schon erwähnt, hatten die Ärzte Hepatitis Non A / Non B diagnostiziert und vermuteten die Leberentzündung aufgrund einer Unverträglichkeit zu gegebenen Medikamenten.

Mittlerweile bin ich natürlich Schlauer: damals war der Typ C der Hepatitis noch nicht bekannt - oder zumindest feststellbar. Blutkonserven konnten nicht auf dieses Virus überprüft werden. Nun, 10 Jahre später ist der Typ definiert. Ich weiß dass er behandelbar ist und mein Untertyp innerhalb von 6 Monaten in 90% der Fälle geheilt werden kann. Ich weiß dass wenn ich nichts tue, die Zirrhose oder Leberkrebs bevor steht.

Die zu erwartende Lebensdauer wird mit Hepatitis C relativ kurz angegeben. 15 bis 25 Jahre sollen nach der Erkrankung bleiben. Ich habe bereits 13 Jahre hinter mir und meine Leber ist bereits stark verändert...

Rosige aussichten also. Ich beginne gerade mit der Therapie. Aber ich sage mir, dass ich schon so viel durchgemacht habe, dass das was jetzt vor mir liegt ein Spaziergang sein wird.

   To be Continued...

 

08.07.2003

Nun setze ich einmal wieder mit der Doku fort:

Nach nunmehr 4 Monaten in dieser Therapie habe ich 15 Kg abgenommen. Meine Werte sind tadellos und der Virus nicht mehr nachweisbar. Alles deutet auf einen guten Verlauf der Behandlung hin.

So hatte ich mir das vorgestellt.

 

Leider haben mich natürlich die Nebenwirkungen voll im Griff:

Müdigkeit, starke Rückenschmerzen, immer wieder Fieber, Grippe-Erscheinungen etc.

 

Am schlimmsten ist die Aggressivität, die ich zutage lege. Mir tut's ganz leid um meine Arbeitskollegen...

Ich hoffe sie verzeihen... , aber ich raste immer wieder aus und kann nichts dagegen unternehmen.

Also, Sorry an alle, denen ich in den letzten 4 Monaten auf die Zehen gestiegen bin.

Ihr werdet es überleben - so wie ich das auch Überleben werde.

   To be Continued...

 

13.10.2003

So, die Hepatitis-Therapie ist nun zu Ende. Generell muss ich sagen, dass mich diese Geschichte sehr mitgenommen hat. Vor allem weil ich das alleine durchstehen musste. Ich wünsch das keinem.

Was mich bestärkt hat waren meine Freunde und mein eiserner Wille, es allen zu zeigen. Das mir das oft zuviel geworden ist und dass ich oft mit Depressionen zu kämpfen hatte, kann ich nun zugeben. Ich konnte und wollte es mir nicht zugestehen. Es war immer das schlimmste, wenn man keine Lust mehr hat, jemanden zu suchen, der einem zuhört und auch versteht. Auch das kostet Kraft und Überwindung, die ich in dieser Zeit nicht hatte.