Nun wieder zurück in die grauen Vorzeiten.

Allerdings dieses mal unter dem Begriff:

Bekleidung und Äußerliches:

Da muss ich selbst lachen... Ich war nie das was man einen Zeitnah "angepassten" schicken Typ nennen konnte. Schon in der 8. Klasse trug ich Sakko, Anzug, Krawatte, und verschlissene Turnschuhe gleichzeitig.

Mein modischer Geschmack war irgendwie nie richtig ausgebildet.

Weil ich auch noch "brav" war (ich wollte kein schlimmer Junge werden), brachte ich ich nie den Mund bei Frauen auf. Ich trug, bis ich 16 war, eine auch damals schon hässliche Hornbrille, die normalerweise Leute getragen haben, die kurz vor dem Rentenalter stehen. Das Ding war riesig groß und einfach nur peinlich.

Ich hab ausgesehen wie "klein Doofi". Sie gab mir den Tutch von "behämmert sein". Das erhöhte meine Chancen bei Frauen auch nicht gerade, und irgendwann merkte ich dies zum Glück auch. So zog ich das Ding nur auf, wenn ich aus dem Haus ging, und schwupp, war die Brille wieder in der Tasche. Damit war das Thema Brille für mich gegessen.

Klamottentechnisch machte es mir aber nichts aus, aus der Reihe zu Tanzen.

Ich Zog für eine Rocky Horror Vorführung in einer "Bauerndisco" Strapse an. Zwei Wochen hab ich damals gebraucht, um mich mit allem zu versorgen, was man für ein stilechten Frank 'N Further benötigt. Selbst die Schminke hab ich bei Kryolan besorgt:

     Original Theaterschminke - Nicht so ein Fastnachtsgruscht.

Ich war natürlich der Einzige, der es  überhaupt gewagt hat, sich irgendwie in den Film zu Integrieren (von meiner damaligen Freundin abgesehen).

In der Disco tanzte ich inzwischen Robbot (nicht zu verwechseln mit Break) und trug immer Fingerlose schwarze Ralley-Handschuhe.

    (so Dinger hab ich mittlerweile wieder *g*)

Irgendwo hab ich eine Streifenhose aus den 60ern gefunden. (3 Jahre bevor die modern wurden). Ich war vernarrt in das Ding, vor allem, weil sie so einen Trompetenmäßigen Aufschlag hatte. Die anderen waren Popper, Teds, Punks oder Alternativ mit Wollpulli. Da fiel ich schon ein bisschen auf mit dieser Rot-Weiss-Blau gestreiften Hose. - Und das war gut so...

Später hatte ich eine große Operation, bei der mein Gesundheitszustand das erste mal überhaupt in einen angemessenen Rahmen gebracht wurde.

Dabei erhielt ich einen "künstlichen Darmausgang" (Stoma). Da dabei ein Beutel am Bauch in Gürtelhöhe angebracht wurde, traute ich mich fortan nicht mehr, Hosen zu Tragen.

Ich verabschiedete mich nun von meiner geliebten Streifenhose (Weine gerade noch ein paar Tränen hinterher) und fuhr nach Stuttgart. Ich wollte etwas finden, was würdiger Hosen-Nachfolger werden könnte.

Das große Problem bestand darin, dass zu dieser Zeit alles was gekauft wurde, so eng anliegen musste, dass man zwischen Hosen und Haut nicht mal ein Blatt Papier hätte stecken können. Ich erinnere mich heute noch mit grausen an die von den Geldbeuteln und Taschentüchern ausgebeulten Gesäßtaschen.

   (Haben die das wegen dem Diebstahlschutz so eng getragen???).

Nun lief ich von Laden zu Laden. Ich erinnere mich, dass ich den ganzen Tag gesucht habe. Das einzige was ich fand waren Arbeiter-Latzhosen.

Die waren natürlich hässlich und ich sah mit meinen 166 cm darin aus wie eine Bohnenstange in einem blauen Müllsack.

Doch dann sah ich sie:

    Eine Jeans-Latzhose, formschön, saubillig, und stabil. Farben: grün, beige, und schwarz. Ich konnte mich bei den Farben nicht entscheiden und hab einfach alle 3 genommen. Im nachhinein betrachtet war das eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Nie wieder habe ich auch nur annähernd so tolle Latzhosen gesehen. Nicht mal dann, als ein paar Jahre später Latzhosen Modern wurden.

Ich trug diese Hosen 6 Jahre lang. Nichts anderes. Ich erinnere mich, dass sich meine Mutter tierisch aufgeregt hatte, als ich zu einer Hochzeit eines guten Bekannten in Latzhosen ging. Natürlich hätte ich zu diesem Zeitpunkt auch wieder andere Hosen tragen können. Aber das war eben mein "Markenzeichen". Man kannte mich so, und nicht anders. Vor allem als DJ war ich ja mittlerweile eine feste "Größe" in Riedlingen. Ob man mich mochte oder nicht, aber man kannte mich.

Aber auch diese Zeit ging irgendwann vorbei. Die Latzhosen wurden nach diesen 6 Jahren hart wie ein Brett, rissen auf und wurden vom ständigem Waschen immer kleiner. Zumindest denke ich, dass ich nicht gewachsen bin. irgendwann kam der Zeitpunkt, an dem ich nicht mal mehr die Träger bis zu den Knöpfen ziehen konnte. Tschüss, ihr geliebten Hosen.

Irgendwann zog ich auch so typische Indische Klamotten an. Rote Hemden mit Indischem Muster, Sakkos mit Rotem Samt und mit goldenen Blättchen bestickt.

Später kamen meine Kappen-Ticks. Immer irgendwelche verrückten Kopfbedeckungen. Nichts was der "Normalbürger" kaufen, geschweige denn anziehen würde.

Nun zog ich ganz "normale" Klamotten an. Irgendwann muss man ja vernünftig werden.

    (ich denke ich war da so um die 28 Jahre alt.)

 

Nur zwei Sachen hab ich mir vorbehalten:

Heiligabend:

Da bin ich immer "ausgeflippt" noch in die Disco gegangen. Mal als Frau verkleidet oder in Badehose, Badekappe und Sandalen. Das waren die Highlights.

        (Sollte jemand davon Fotos haben - bitte zusenden!!!)

Flohmarkt:

Auch Immer ausgeflippt, meistens mit Rock oder mit Indischen Walle-Hosen (zwischen den Beinen hängt es da bis zum Knie).

Da hab ich wohl meine liebe zu den Röcken entdeckt, die ich heute fast jedes Wochenende Anziehe.

 

Nun wie oben beschrieben bin ich eines Tages ins Abby gegangen...

Die Klamotten - ein Traum.

Hexen, Schrille Frisuren, Strapse, Lack, Leder, Nieten, Metall wo man hinsieht. Alle haben sich das angezogen was IHNEN gefällt. Jeder hier lebt SEINEN Fetisch:

   "Ich zieh gerne diese Klamotten an - schön dass Ihr auch gerne Leute anseht, die besondere Klamotten anziehen"

Das nenn ich wahre Synergie. Eins kommt zum andern. Was zusammengehört hat sich hier getroffen. Ich war immer der Meinung, ich sei der Einzig "verrückte" der gerne "andere" Klamotten anzieht und dem es gefällt in diesen Klamotten gesehen und auch beurteilt zu werden. Egal ob positiv oder negativ.

Was zählt ist der Respekt den man sich gegenübersieht.

Auch mir gefällt nicht alles was ich dort an Outfits sehe. Aber ich Respektiere deren Outfits, und zieh den Hut vor dem Mut dieser Personen.

 

Auch wenn ich früher auch viele bunte Kleidungsstücke anhatte, diese hab ich immer noch, aber ich verspür keinen Bedarf mehr diese zu Tragen.

 

Schwarz und Weiß das sind die einzigen Farben die zählen. 

    Hüh oder Hott.

  Ich bin zuhause....