Freunde und Ausgehen:

Ein leidiges Thema früher...

Am Anfang hab ich schon schwer zu kämpfen gehabt, da die Clique in der meine Schulkameraden und Jugendfreunde waren, zwar immer "anders" sein wollten, sich aber mit meinem Typ nicht so direkt verstanden haben.

Ich erinnere mich da an ein paar unschöne Dinge, die da vorgefallen sind.

Ich war 13 da bauten eine richtig große Hütte mitten im Wald. 3 x 3 Meter mit 2 Stockwerken und Giebeldach. Das war ein richtiger Kraftakt. Sogar einen Keller haben wir gebuddelt, mussten aber bei 1,6 Meter tiefe aufgeben, da dann Fels kam.

Ich hab auch kräftig mitgebaut, sollte aber trotzdem nicht offiziell in die Clique aufgenommen werden. Mit mir müsse man sich ja schämen...

Ehrlich gesagt ging das nicht lang so. Aber in Jugendalter verläuft die Zeit ja auch relativ langsam. Mir kommt es vor als wäre das eine Ewigkeit so gegangen.

Mit 15 haben die Jungs mir übers Mofa gepinkelt, und da war es dann Schluss mit lustig. Von dem Tag an bin ich immer alleine weggegangen. Im ersten Jahr hab ich die Jungs gemieden wie die Pest.

Die nächste Disco war 12 Km weg. Mit dem Mofa ging es auf Tour. Als ich 16 war, merkte ich, dass die andere Disco (auch 12 Km in der anderen Richtung) besser war als dass was ich im letzten Jahr gesehen hatte. Nur da waren ja die "anderen" drin. Irgendwann traf man sich dann doch und alles war vergessen und vergeben.

Ich war nun "offizielles" Mitglied, und wir bauten auch die Hütte später auf 5x3 Meter aus, und legten im Obergeschoss einen Balkon an.

Exzessive Feste fanden statt. Ich erinnere mich an Feste mit 60 Personen. Frauen waren natürlich immer auch dabei.

Wir verbrachten viel Zeit in der Hütte auch wenn immer wieder einige von uns durch Lehre, job und Bund für längere Zeit nicht da waren. Es war auf jeden Fall immer ein Kern da, der die Sache am Leben hielt. Das ging so, bis ich 24 Jahre alt war.

So gesehen habe ich 10 Jahre die Hütte als mein Zuhause betrachtet. Ich glaube dass es allen von uns so ging.

Der zweite Treffpunkt war immer die Disco. Doch ich fuhr meistens alleine. Das hatte ich gelernt in dem einem armseligem Jahr.

Das ist heute noch so. Ich nehme gerne Leute mit, wenn ich abends weggehe. Ich treffe mich mit dort rein zufällig mit Leuten, die mir ans Herz gewachsen sind. Aber diese Freiheit hab ich mir nie und werd ich mir nie nehmen lassen.

Ich stell jedes mal fest, wie viele nette Leute man kennenlernen kann, wenn man alleine weggeht.

Ich stell oft fest, dass Leute alleine weggehen und dann den ganzen Abend an einem Tisch sitzen (oder stehen) ohne auch nur ein klein bisschen zu Kommunizieren.

So etwas versteh ich nicht. Mich würde es verreisen, wenn ich nicht einer schönen Frau sagen könnte, dass sie schön ist.

Früher war ich auch verklemmter als heute. Wenn ich eine Frau sah die mir gefiel brachte ich keinen Ton raus, selbst wenn ich angesprochen wurde.

Naja, ein paar Töne vielleicht schon, aber jedenfalls nicht vernünftiges oder zusammenhängendes.

Komisch bei Männern geht es doch auch - so machte ich mir Gedanken.

Trotzdem hat sich das lange nicht gebessert. Irgendwann hab ich dann aufgegeben daran zu Arbeiten und hab mich mit der Situation abgefunden.

Langsam, fast unbemerkt sprach ich plötzlich mit mehr Leuten als vorher und ich stellte fest, dass die meisten davon weiblich sind.

Was ist passiert? Weis ich nicht. Ich will es auch nicht wissen. Ich weis jetzt dass ich es kann. Wenn ich heute fortgehe, Quatsche ich den ganzen Abend mit Frauen. das ist extrem Auffällig.

Ich wurde auch schon mehrmals positiv wie negativ darauf angesprochen.

Was so ein Selbstvertrauen ausmacht? Man geht irgendwie lockerer ran.

   Ich bin zuhause....